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Hoch hinaus! Vogesen und Schweizer Alpen...

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Tomjohn

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Nachdem ich ja eigentlich nicht so der Motorradreisetyp bin (war!?), ich aber dringend mal Tapetenwechsel brauchte, entschloss ich mich zu einer Fahrt ins Blaue.
Es sollte Richtung Süden gehen die Vogesen durch, mehr Planug bestand nicht.
Abends vor Abfahrt fiel mir dann noch ein Artikel aus der Motorrad in die Hände, in dem die "10 Schönsten Alpenpässe der Schweiz" gekürt wurden und ich dachte. Na das ist doch mal ein Ansatz!

Am Montag, dem 15.8.11 Startete ich also zunächst in Begleitung dreier Freunde nahe Saarbrücken, Richtung Vogesen.
Nach ca. einer Stunde erreichten wir den Col du Donon (718m), und damit auch die Schlechtwetterfront. An der Saarquelle zog ich den Regenzweiteiler über.
Weiter über Schirmeck, Chamo du Feu (1100m)und
Col de la Charbonniere (960m), wo wir uns trennten und die Mitfahrer umdrehten.

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Mein Weg ging weiter über den Col du Kreuzweg (750m), Col de la Stiege (534m) den Col d`Urbeis (602m), ab dem das Wetter zusehens besser wurde, dann Col du Bonhomme (949m), Col du Louchbach (978m), Richtung St-Die-des-Vogeses und hinauf zum Col de la Schlucht (1135m). Ab hier auf die Route des Cretes über Col de la Falimont (1200m),Col du Herrenberg (1186m),Col d´ Hahnenbrunnen (1180m), Le Markstein (1266m) zum Grand Ballon (1424m).
War es bis hierhin durch Wolken und teilweise dichten Nebel gegangen, lichteten sich bei der Abfahrt die Wolken und ließen bereits kurze Blicke auf Rheinebene und Mühlhausen zu.

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Über Col du Silberloch (906m), Col de Herrenflu (855m) und dann den Col du Hunsrück (748m), einen schmalen sehr schönen, einsamen Pass, der mich zum Schmunzeln brachte, ob seiner Mittellinie, die die höchstens 3m breite Straße wohl zweispurig erscheinen lassen soll.
Unspektakulär dann über Basel und Zürich bis nach Talwil am Zürichsee, wo ich gegen 22 Uhr ein Zimmer zu suchen begann. Hier hätte ein wenig Planung sicher nicht geschadet. Das einzig verfügbare Zimmer kostete schlappe 210 Fränkli (ohne Frühstück versteht sich!)!
Aber nach ca. 600 Km und 12 Stunden Fahrt war ich wohl etwas schmerzfrei was das betraf, also los: "Einmal ohne Frühstück (28,-F) bitte, aber mit Tiefgarage. Das Hotel war wirklich stylisch und für 210,-SF bekommt man dort immerhin so einen Klo auf dem Zimmer:

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(Also mir hätte ja eine normale Schüssel in einem halb so teuren Zimmer gereicht, soll mir eine Lehre sein... [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] )

Der Dienstagmorgen beginnt mit einem Schock: Der rechte Koffer schließt nicht mehr, Mist trotz funkelnagelneuer (oder wegen?) Schlösser. Während ich auf den Rückruf der nächsten BMW Niederlassung warte (die das sofort behoben hätten!) Bekomme ich`s aber selber hin mittels erweitertem Bordwerkzeug.
Um 10 Uhr starte ich Richtung Vierwaldstätter See. Das Wetter ist bombig, ein Traum See und Berge strahlen im gleißenden Sonnenlicht. Gegen Mittag erreiche ich Andermatt.
Ein grimmiger alter Herr betankt meine Q. Eigentlich bin ich 10 Km zu weit gefahren, hab den Einstieg zum Sustenpass verpasst, dafür darf ich aber die großteils überdachten Serpentinen wider zurück fahren: Genial! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Wenig später erreiche ich mit breitem Grinsen im Gesicht das Hospiz am Sustenpass (2224m).
Mir fällt ein, dass ich seit gestern Morgen außer einem Snickers in Schirmeck (Elsass) nix mehr gegessen hab und bestelle mir einen Teller Spaghetti. Als ich den Preis von 24,50 € höre, renne ich zuerst nochmal raus und suche vergeblich nach den Michelin Sternen an der Tür! Käse ist gratis und so schaufle ich mir diesen trotzig für mindestens 6,-€ drüber, Ätsch! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.].

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So gestärkt fahre ich weiter zum Grimselpass (2165m). Achterbahn! Unterwegs halte ich ab und an mal um Fotos zu machen, die Landschaft ist Atemberaubend!

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Über den Furkapass (2429m) geht`s weiter zum Gotthardpass (2108m). Obn treffe ich 2 Studenten aus Hannover, die sich mit ihrem Kocher eine Dose Ravioli zubereiten, für 1,29€ mitgebracht. Ich komme mir ganz schön doof vor.
Nach kurzer Abfahrt erreiche ich die Aussichtskurve und mache wieder tolle Bilder. Zwei Mittsiebziger aus Karlsruhe rollen an, auf R 1150 RT und Honda Valkyri. Der honda ist der Sprit ausgegangen, bis Andermatt reicht das nicht mehr und ich helfe ihnen mit meinem Schauch aus dem Bordwerkzeug aus. 30 Min. lustiges Saugen und Spucken der Beiden sind die Folge, am Ende haben sie einen Liter umgefüllt. [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Wir haben uns nett unterhalten und ich bekomme Tourentipps.

Weiter führt mein Weg über den Nufenenpass (2478m),
den zweithöchten Pass der Schweiz und Europäische Wetterscheide.

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Bei mir scheidet er nix, nur bei der Abfahrt scheidet sich die Spreu vom Weizen, ein R1 Fahrer erhält eine Trainerstunde, peinlich für ihn...
Diesmal werde ich kein überteuertes (Not)Zimmer nehmen, also: Rechtzeitig Augen auf! Direkt am Fuß des Nufenen rechts erblicke ich das "Hotel Walser", gut und günstig. Der Hotellier ist Elsässer und stammt aus Savern.
Abends besichtige ich das historische Waliser Dörfchen Ulrichen 500m weiter.
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Hier mach ich mal nen Schnitt, damit`s nicht all zu lang wird!



Immanuel Kant: "Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen"
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Ente

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Lebende Forenlegende
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ALLE ACHTUNG !!! Für das Clo hätte ich auch 210 Franken hingeblättert cool

Ja , die Schweiz is schon geil...hab dort auch schon mal ne Woche Urlaub verbracht , wobei ich sagen muß eine anständige Unterkunft unter 60 Franken zu finden ist nahezu unmöglich.

Tomjohn

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Moderator
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Weiter gehts!

Nach einer völlig geräuschlosen Nacht erwache ich entspannt und glücklich. Das Frühstück ist lecker und sogar im Preis von 75,-SF inbegriffen diesmal!
Im Kramladenkiosk nebenan decke ich mich mit Generalkarte Schweiz, 2 Energieriegeln und einer Rolle Tape, für die Blase auf meinem Schaltfuß ein. Ich treffe eine Gruppe Mountainbiker ais Kaiserslautern, die fast meine Route fahren. Irgendwas in mir sagt, dass die unwesentlich länger brauchen würden dafür...
Erst um 11 Uhr komme ich weg, aber der Nufenenpass (2478m)beginnt ja nur 100m neben dem Hotel. Oben quert ein Murmeltier, hab erst gar nicht erkannt was das ist, lustiger Geselle.
Kurz vor Airolo sieht man den Gotthardpass und erkennt, das fährt sich nicht nur wie eine Achterbahn, das sieht auch so aus!

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Ich biege ein in den alten Gotthardpass (2108) ups Kopfsteinpflaster bis nach oben, aber: Genial!

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In Andermatt rechts zum Oberalppass (2044m), schnelle Kurven! Weiter über den Luccomagnierpass (1914m), eine Empfehlung der Seniorenresidenz-Angels von gestern und absolut fahrenswert!
Bei der Auffahrt zum S. Bernardinopass (2065m) überhole ich zweimal eine Pan European (hab zum Knipsen angehalten).
Oben angekommen kommt der Fahrer zu mir und schließt spontan Freundschaft. Er ist 66 Jahre alt, ca. 50 Kilo und 1,65m... wie handelt der dieses Monster?!
Er erzählt mir sein Leben und sagt: "Jo wnn isch das Töff verkaufe bin isch sofort 10 Jahre älter nicht oddr!?" Dann schießt er ein Bild von mir, "...für dein Album!"

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Plötzlich fliegt mit offenere Akra etwas grünes vorbei. Irgendwie scheint das meinen Jagdtrieb zu wecken ud ich verabschied mich höflich von Josef, ziehe Helm und Handschuhe an und fahre mal nach. Weit unten sehe ich das grüne Geschoss durch die Kurven fliegen. Ein paar Kilometer weiter, in der vorletzten Serpentine lass ich ihn hinter mir. Doof nur das ich mich orientieren muss und so kann er, offenbar ortskundiger nach 500m wieder vorbei. Nach kurzer Anfahrt geht es ab zum Splügenpass (2113m). Nach ca. 2 Kilometern treffe ich auch den Grünen Italiener wieder, er steht am Rand und... ääh "uriniert".
Ich halte an und wir kommen ins.. na ja... Gespräch kann man nicht sagen, er spricht ausschließlich italienisch und das ist nicht mein Ding.
Irgendwie erfahre ich trotzdem das er aus Irrland kommt gerade, was wohl auch den Regenschirm quer über seinen Sattel erklärt. Wir beschließe gemeinsam den Pass hoch zu fahren und fegen los.
Der Pass ist der Hammer schlechthin ein Kreisverkehr ist eine Gerade dagegen! Luigi dreht ganz schön auf!

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Oben angekommen will er mich zum Kaffee einladen im nächsten Ort, ich lehne aber dankend ab, muss ja noch eine Unterkunft finden.

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Man beachte seinen Regenschirm! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Durch ein einsames traumhaftes Hochtal mit tollem See geht es abwärts nach Italien.
Der Weg ist echt Monster! Ich fahre an einer bewachsenen Felswand entlang in Serpentinen runter. Neben mir ein Tal dessen Boden ich nur als dunstig schwarzes nix wahrnehme.
Brutal die Serpentinen liegen teilweise in düsteren Tunnesln und die Geraden dazwischen sind manchmal nur 30m lang. Keine Möglichkeit zum anhalten und fotografieren, so eng ist der Weg.
Vor mir fährt ein rostiger Fiat Panda, zwei Bambini turnen unangeschnallt im Fond, so schnell d runter das ich nicht mal überholen würde wenn ich könnte. Völlig Schmerzfrei! Abends lese ich im Motorrad Artikel "für Anfänger nicht geeignet", dem stimme ich zu. Es geht in kürzester zeit 900 Höhenmeter runter. Die Ohre sind permanent zu.

Nach unendlich vielen weiteren Kurven erreiche ich Chiavenna. Nach kurzer Zeit habe ich ein B&B gefunden, erstklassig! 40,-€ incl. Frühstück vom Allerfeinsten!
Ich verspreche der Wirtin sie weiter zu empfehlen:
B&B La Rosa, [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um diesen Link sehen zu können]
Abends erkunde ich das Städtchen und esse fürstlich für 21,-€ incl. "Museumsbier" (hoffe der Name kommt vom Brauort und nicht vom Alter!) und einem exzellenten Single Malt.
Der Heimweg führt mich im Dunkeln an einem reißenden Bergbach vorbei durch enge Gässchen. Kleine Häusschen sind in den Fels gebaut und aus den vergitterten Kellerfenstern kommt kalte modrige Luft, der Berg ist voller Höhlen. Düster! Hinter mir höre ich schleppende Schritte. Als ich mich umdrehe grüßt mich ein freundlicher Italiener. Bin fast etwas enttäuscht, in dieser Kulisse hätte ich wenigstens einen Ork erwartet...

Morgen geht es weiter Richtung St. Moritz!



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louis2m

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Chief Netherlands Chapter
Das ist ein schonen beitrage Tomjohn! So ein große Tour verteile ich über 2 jahren... cool

http://www.hairpomades.com

Tomjohn

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Moderator
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Der Donnerstag beginnt sonnig und nach einem fantastischen Frühstück, für das ich in der Schweiz sicher alleine schon die 40,- € gekostet hätte, komme ich schon um 9 Uhr los.
Nach gerade mal 15 Minuten bin ich am Malojapass (1815m).
Wundervolle Seen spiegeln die Berge wieder, ein Traum. Ob es an der beeindruckenden Kulisse liegt, oder an der telefonischen Nachricht (RaiderSystem hat auch Nachteile) vom Motorradtod eines Nachbarn aus Kindheitstagen, dass ich betont touristisch fahre, oder einfach nur daran das ich mich schon 2 Tage austoben konnte... keine Ahnung.

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Huch? Was ist das? Wieder auferstanden? Vor mir geht einer über den See! Wie das? Das will ich genau sehen und halte an.
Achso, hier scheint man für eine Regatta zu trainieren.

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Aber schon lustig diese Schweizer...
Ich beeile mich durch St. Moritz zu kommen, irgendwie fühle ich dass ich da definitiv nicht hin gehören will.
Also ab zum Berninapass (2328m).
Die Schweizer haben da tatsächlich einen Berg nach Jochen Senft, dem Saarbrücker ex Tatort Kommissar benannt! den 3905m hohen Pitz Palü! Schnee bedeckt liegt er vor mir, irgendwie majestätisch. So ganz anders als der Palü in Saarbrücken, dem ich schon ab und an mal in nem Lokal begegnet bin.

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Man beachte den weißen Balken an der Stirnseite des Hospizes. Oberkante Fenster dritter Stock etwa, dort ist eine Markierung der maximal je da gewesenen Schneehöhe, nebst Datum! Das könnten gut 12m sein! Wow!
Ab ca. 2000m merke ich, braucht die Q mehr Gas beim Überholen die Luft wird offenbar dünn.
Weiter geht es über den Livignopass (2315m), Autoschlange bis zum Horizont, überholen sinnlos.
Hier ist eine Freihandelszone, das erklärt den Andrang. In Livigno tanke ich für 1,-€/Liter voll und entfliehe dem Trubel über den Paso d`Eira (2208m) und Paso di Foscagno (2291m). In Bormio biege ich zum Stiffserjoch (2758m)ein.
Boa, enge steile Passagen mit noch engeren Tunnels.
Mir kommt der Gedanke "...was tut man hier bei Gegenverkehr im Tunnel?" Gott sei Dank kommt keiner.
Ich hab ein neues italienisches Lieblingswort: Tonatti!
Nach ein paar Schildern wusste ich das so die Kehren heißen da. Auf einem Schild stand: Attentione 14 Tonatti!
Grinsen vorprogrammiert.
Als ich anhalte um eben diese 14 Tonatti zu knipsen, rattern mit mords Radau 2 Supermoto-Cracks vorbei, Ausstellbein und alles. Einer auf KTM SM990 R und einer auf Suzuki DRM400Z.
Als ich weiter fahre stehen sie weiter oben am Rand und kommen hinter mir. Ich lasse sie vorbei, will ja keinen aufhalten, hänge mich dran.
3 Kehren weiter hab ich die Suzuki gefressen. Am Hinterrad der KTM fliege ich im Stiffserjoch ein. Man war der angefressen. [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.] Aber jeden Tag bräuchte ich das auch nicht... Der Suzukimann hebt den Daumen und fotografiert mich dann auch noch.

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Hier oben ist Betrieb wie auf dem Jahrmarkt! Blos weg, das lässt meine ganze Andacht verfliegen sonst! Also nach 5 Min wieder auf die Q, die ich nach dieser Aktion großzügig und verdient zur Gams befördere!

Nach kurzer Abfahrt rechts in den Paso Umbrail (2501m), wieder Schweiz. Schön ruhig da, später wusste ich warum: Abfahrt Schotterpiste, da bin ich zum einzigen mal in den 5 Tagen überholt worden: von ner 1400er Intruder mit Bayrischer Nummer. Crosschopper quasi...
Weiter über den Ofenpass (2149m). Auch hier lerne ich nette Leute kennen und raste 20 Minuten.

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Weiter geht`s zum Flüelapass (2383m). Die Strecke ist schnell und macht Spaß.

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Nun verabschiede ich mich von den Hochpässen. Bei der Abfahrt nach Davos überhole ich einen PKW rechtungünstig aussen in einer Serpentine und hab ein schlechtes Gewissen deswegen. Aber die Strecke ist einfach nur Hammer! Hinter jeder Kehre erwarten einen neue Ausblicke (...wenn`s übel läuft, auch mal auf die Bremslichter eines Wohnmobil`s).
In Davos halt ich am See an und orientiere mich mal, wo`s denn heute noch hin soll. Meine Z8 hätten schon in Chiavenne runter gemusst, leider sind Motorradreifen Händler hier Mangelware.
Ich beschließe weiter zu fahren zum Bodensee und knattere weiter über den Wolfgangpass (1631m).

Die weitere Strecke bis Bregenz ist unspektakulär, über Davos Richtung Lichtenstein.
Durch Bregenz allerdings war extrem übel. Weil mir der Geiz verbot eine Österreicher Vignette zu erwerben nur wegen 5 Km,
ging`s Stop & Go eine volle Stunde durch die Stadt, bei 30c°! Keine Möglichkeit zu überholen oder anzuhalten...
Ich komme total dehydriert in Lindau an, schnell getankt und auf Zimmersuche mein iPhone benutzt, Klasse ich hab ein APP dafür! 60,-€ billiger, Lindau Insel 50m vom Hafen, Atakke, gebucht und die 100m hin gefahren.
Passt, Abends sitze ich an der Uferpromenade beim essen und trinken.

Freitag,nachdem ich nach einer Gewitternacht vergeblich versucht haben irgendwo sofort neue Reifen zu bekommen, beschließe ich heim zu fahren. Der laut seiner Internetseite "führende Motorradreifen Händler am Bodensee" will meine BMW 2 Tage haben zum Reifenwechsel, auch nachdem ich meine Situation erklärt habe. Unflexibles Ar... [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

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Aber die sich zügig verziehenden Gewitterwolken und der Blick auf den See lassen mich schnell wieder heiter werden.
Es geht am Bodensee entlang, Richtung Schwarzwald. Über Titisee und Feldbergpass (1233m),

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nach Freiburg und dann über Frankreich, ab Saverne auf die Autobahn, um 16 Uhr bin ich zu Hause...

Insgesamt 1587 Km, mehr waren`s nicht. Von den "10 schönsten Schweizer Alpenpässen" hab ich 8 gefahren (ok, nicht in 6 Tagen wie dort vorgeschlagen, sondern in 3).
Insgesamt bin ich, wenn ich richtig gezählt hab 39 Pässe gefahren.
Für`s erste mal nicht schlecht finde ich... ich übe ja noch! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]


Zur Nachahmung wärmstens empfohlen!


Nachtrag: Keine Ahnung ob das alles einer liest, aber mir hat es Spaß gemacht mich zu erinnern und das zu "saven", s das ich selber mal in kalten Wintertagen wieder nachlesen kann und mich an der Tour freuen.
Allen Lesern danke ich für eure Geduld!

Gruß Christian



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Tomjohn

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Moderator
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Spotte nicht Louis! Du bist doch Fernreiseprofi (und vor denen hab ich Ehrfurcht!)

Hey: Ganz nebenbei, nach 2 tagen konnte ich schon von weitem erkennen  welcher Nationalität ein Biker angehört!
Die Italiener fahren mit Shorts, die Schweizer mit Straßenkleidern, die Deutschen in Textil und die Holländer mit Warnwesten... echt wahr! Hohe Trefferquote...

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Zuletzt von Tomjohn am Mi 31 Jul 2013, 12:12 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet



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Gast


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Toller Bericht und tolle Bilder vom Col de everywhere klatschen

Wie ich aus deinem Bericht entnehme kannst du es gar nicht haben, wenn ein Motorrad vor dir fährt. Du bist in der Gruppe auch sicher derjenige, der den Tourguide macht, damit du erster bist, oder cool

Tomjohn

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Moderator
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...weit gefehlt Sven!
Ich fahre äußerst ungerne vor. Lass mich lieber leiten und genieße das. Bei unseren Vogesentouren preschen dann ab und an mal ein paar schnelle vor um oben am Pass wieder zu warten, da bin ich dann regelmäßig dabei.
Innerorts und auf Transitstraßen fahre ich extrem regelkonform und Führerscheinfreundlich! (Vor allem im Ausland)
Wenn`s natürlich auf "schöne" Straßen, Pässe etc. geht lass ich der Q natürlich mal ihren Auslauf.
Dann kann`s gerne auch mal sehr lange Gesichter geben bei den Gebückten.

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kuatreiber

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Kaiser
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Kann dir nur gratulieren zu dieser tollen Tour klatschen klatschen klatschen

extracten

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Forum As
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Mich würde mal interessieren, was das für ein Single Malt war...

Super Tour jawoll!

Viele Grüße

Jürgen

(Der gestern im Revier vom Mario gewildert hat - um Landshut herum bei über 30°C)

Klaus

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Hallo Tomjohn,

hast Du eventuell Trackdaten von Deiner Tour? Wäre super.

Gruß
Klaus

Avanti

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Moderator
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Tomjohn schrieb:


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Hallo Tomjohn,

zunächst einmal ein Danke für den guten Reisebericht. klatschen

Trotz intensiver Suche auf den Bildern konnte ich nicht feststellen, wer von den Teilnehmern mit dem Rollstuhl da war.

nene Wink Wink


Trackdaten wären auch für mich interessant.

teileklaus


Foren Gott
Foren Gott
Hallo Christian- klar lese ich deine Urlaubsgeschichte- auch wenn selberfahren noch mehr Spass macht... Der Z Acht ist also gut und bewährt, also warum sollte man den Vorgänger Z6 noch fahren.
Ein Reifen Nachfolger sollte alles besser können als der alte, sonst braucht man ihn nicht entwickeln und kann man ihn nicht verkaufen.
Schöne Strecke, wäre da gerne mitgefahren, aber 210 Fränkli in der einen Nacht ist ja fast so teuer wie einmal Geschindigkeit 20 KM/h zu hoch? in der Ch. Dafür kann man ja auch ins Kittchen um über Nacht die Strafe abzubüßen- ha ha. Nee hatt keine Zeit, auch wenn ich gewollt hätte.
Das HAG war wohl dicht, sonst hättest du was geschrieben, Ölverbrauch?
An sonsten toll was du da erlebt hast in der kurzen Zeit. So hätte ichs auch gemacht.. Fahren fahren einfach schön, wenn das Wetter passt.

Rockstergoofy

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Kaiser
Kaiser
KLASSE!!! Ein Dreiteiler so ausführlich und unterhaltsam wie Herr der Ringe. klatschen klatschen klatschen
Aber am besten hat mir dein Oranges Colakissen mit Sicherheitsgurt gefallen! lacher1
Servus Christian.

Tomjohn

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@ extracten: War ein Ardbeg Uigeadail

@ Teileklaus: Super Öl! Dank deinem Mineralöl liegt der Ölverbrauch auf der gesamten Tour bei nur ca. 0,3 Liter! Das Vollsynt Öl vom Freundlichen konnte ich nachfüllen als wär´s ein Zweitackter!
Der Z8 ist dem Z6 um Welten überlegen, hatte ich ja vorher drauf (ohne jemandem den geliebten und günstigen Z6 schlecht reden zu wollen). Bei feuchter Straße kein Vergleich, fährt sich wie trocken. Handling gewinnt, Grip gewinnt enorm und gehalten hat er auch knapp 2.000 Km länger bei mir, das relativiert auch den Aufpreis.

@ Avanti: Wenn du wüsstest wie ich die von der Straßenmitte erstmal überhaupt auf einen Parkplatz buxiert habe! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
(Nebenbei gilt in manchen Kreisen ohnehin jedes Fahrzeug unter 150 PS als Versehrtentransporter...)

@ Klaus, ich kann dir ein Foto meiner Landkarten machen und schicken, hab alle Strecken per Textmarker angemalt jeweils morgens.
Kann dir aber auch ne Routenbeschreibung machen wenn du willst...

So, die Arbeit hat mich ja schon wieder und ich darf gleich meinen erkrankten Monteur ersetzen. Muß wieder in den Aussendienst nun...

Übrigens war das schwierigste die Bildauswahl... ich hätte noch 100 andere, die es alle verdient hätten im Bericht zu stehen...

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teileklaus


Foren Gott
Foren Gott
Was? nur 0,3 Liter auf die Heizerstrecke, da muss was nicht in Ordnung sein! :-)
Ein Boxer braucht ja normal 0,2- 0,3 auf 1000km.
oder vl. :
Neues Öl wird schlechter genommen. Was der Bauer nicht kennt, das frist er nicht.
Danke für das Kartenangebot, werde ich gerne drauf zurückkommen. Eine nasse Schweizerkarte habe ich von der letzten Schweizregentour... BAB - heim.
HAG ist also dicht?

Tomjohn

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@ Goofy: Eine Cola für 4 Franken fünfzig muss was ganz besonderes sein und sollte entsprechend gelagert werden dachte ich mir... [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]

@ Teileklaus: Hag war komplett dicht, allerdings Freitag sofort nach Heimkunft hab ich der Guten sofort den Staub vom Fell geduscht, natürlich mit kaltem Wasser und sie danach eingestellt. Gestern hab ich gesehen dass sie wieder ein Tröpfchen geschwitzt hat. Ich denke es kommt von der Wärmeausdehnung und den Temperaturunterschieden...



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Klaus

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@ Klaus, ich kann dir ein Foto meiner Landkarten machen und schicken, hab alle Strecken per Textmarker angemalt jeweils morgens.
Kann dir aber auch ne Routenbeschreibung machen wenn du willst...

Hallo Tomjohn - ja würde mich freuen, wenn Du mir die Landkarte
und eventuell eine Routenbeschreibung zukommen lassen könntest.

Vorab vielen Dank und Grüße aus der Schwarwälder Sahara.
Klaus

Tomjohn

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...ich setz mich mal dran, der Weg ist einfach.
Die 2. Tagesetappe gibts sogar als Busfahrplan:

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...ich bin aus Richtung Vierwaldstädter See gekommen, kurz vor Andermatt westlich zum Sustenpass, dann Grimsel, Furka, hinter dem kleinsten Dorf der Schweiz rechts im Kreisel zum Gotthard, dann über den Nufenenpass nach Ullrichen.



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Tomjohn

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...Tag eins und Zwei:



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Tag 3-5:


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Avanti

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Moin Tomjohn,

ich danke dir für die Kartenauszüge und wünsche dir weiter
schöne Fahrten!

bikerpilot bmw

Ente

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Lebende Forenlegende
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Is ja witzig...den letzten Streckenabschnitt bin ich haargenau 2007 auf meiner Deutschlandrundreise gefahren clever

Tomjohn

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...die alte B500 ...ziemlich schnelle Strecke, verglichen mit den Alpenpässen. Reizt sehr zur "nicht mehr ganz Führerschein konformer Fahrweise"... [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]
Aber rein subjektiv gefallen mir die Vogesen gegenüber besser als der schwarze Wald, weiß selber nicht so genau warum...
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Tomjohn

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@Ente: Wird Zeit, das du mit mir den ERSTEN Teil der Strecke fährst!! [Sie müssen registriert oder eingeloggt sein, um das Bild sehen zu können.]



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